Die alltägliche Unbekannte

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Die alltägliche Unbekannte. Ein Erkundungsgang durch die wundersame Welt der Sprachen ist ein populärwissenschaftliches Sachbuch von Josef G. Mitterer, in dem er Hintergründe von Sprache und Sprachentwicklung beleuchtet.

In zwei Kapiteln wird dabei auf Simpsons-Folgen verwiesen, so im Kapitel Vom „Sprachverfall“:

  • Bei den Simpsons beachtet sogar der nicht besonders intelligente Familienvater Homer die Regeln der Standardsprache und verwendet beispielsweise in der indirekten Rede den Konjunktiv I, der in der wirklichen Umgangssprache kaum gebräuchlich ist: „Ach Lisa, du mit deinen Geschichten. Bart sei ein Vampir, Bier zerstöre Gehirnzellen …“ (Die Fahrt zur Hölle). Ganz zu schweigen von Lisa, die vor allem in den älteren Episoden ohnehin wie aus dem Lexikon spricht, oder von Tingeltangel-Mel, der sich gerne in Shakespeare’schem Duktus ergeht, oder von Registern, die selbst in der Literatur heute als überladen oder archaisch gelten würden, so etwa wenn die Küchenhilfe Doris bei einem Mittelalter-Festival verlautbart: „Meine Ohren sind nur offen für die Gesuche derer, die noch mittelalterliche Sprache sprechen“ und sogar Homer in demselben Stil antwortet (Lisas Hochzeit).

und im Kapitel Von automatischen Übersetzungen:

  • Bei den Simpsons wird beispielsweise mehrfach das englische Wort legal mit dem deutschen Wort legal übersetzt. Allerdings bedeutet das Wort in der deutschen Alltagssprache nur ,erlaubt‘. Im Englischen kann es hingegen ,rechtlich‘, ,gesetzlich‘ […] oder ,gerichtlich‘ heißen. Ein menschlicher Übersetzer lässt sich vielleicht vom gleichen Ursprung der Wörter hinreißen, sie auch dann ineinander zu übersetzen, wenn sie nicht dasselbe bedeuten. In Simpsons-Episoden wie Die Panik-Amok-Horror-Show oder Luca$ ist genau das passiert.

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